Kaffee ist nicht gleich Kaffee

Was sie als Verbraucher über Kaffe und dessen Herkunft wissen sollten.

 In den letzten Jahren ist der Preis für Kaffe, zumindest für den Endverbraucher, gestiegen. Aber was viele nicht wissen, ist das die Einkaufspreise beim Produzenten buchstäblich eingebrochen sind. Seit 2000 ist die Situation des Kaffes auf dem Weltmarkt katastrophal: Laut Oxfam ist der Kaufpreis von 1 kg Bohnen innerhalb von 3 Jahren (2000 – 2003) von 3 Dollar auf 86 Cent gefallen. Im März 2004 hat er den tiefsten Stand seit 100 Jahren erreicht.

Die meisten der mehr als 25 Millionen Kaffeproduzenten auf der Welt, sind kleine oder mittelgroße Familienunternehmen mit einer Anbaufläche von einem bis fünf Hektar, die auf den Verkauf der Kaffeebohnen angewiesen sind um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. In Äthiopien hat im Jahre 2004 eine Mehrheit der Bauern, die traditionell Kaffe produzieren, auf die Ernte der Bohnen verzichtet, weil der Verkaufspreis die Produktionskosten nicht deckte.

Viele Bauernfamilien sind nicht mehr in der Lage, auf dem örtlichen Markt Nahrung, Medikamente, Kleidung etc. zu kaufen, die sie aber benötigen, um zu überleben. Und während der Hunger, die Unterernährung und verschiedene Krankheiten immer mehr Menschen quält, explodieren die Umsätze und Nettogewinne der transkontinentalen Gesellschaften, die den Weltmarkt beherrschen.

Die fünf mächtigsten sind hier namentlich nicht erwähnt, um Rechtsklagen vorzubeugen.

Die Profite von Nestlè sind im Jahre 2000 um 26% gestiegen. Der Preisverfall bescherte Tchibo im gleichen Jahr sogar eine 47% Steigerung der Nettogewinne, ein Rekord in der Firmengeschichte. Die Gewinnmaximierung dieser Konzerne steht über dem Leben und Tod von Millionen Bauernfamilien, die von Brasilien bis Vietnam, von Honduras bis Äthiopien über die ganze Welt verteilt sind.

Es gibt aber auch Unternehmen, die zeigen, dass es auch anders geht: sich für soziale Gerechtigkeit und Fairen Handel einsetzten und trotzdem geschäftlich erfolgreich sein. Eines dieser Unternehmen ist die Rapunzel Naturkost AG, die schon seit über 30 Jahren Bio Produkte jeglicher Art produziert.

Im Gegensatz zu den oben genannten multinationalen Konzernen zahlt Rapunzel faire Produktpreise über dem Weltmarktniveau und ermöglicht somit ihren Partnern  unter anderem eine würdige Lebensqualität und eine soziale Absicherung.Als Verbraucher haben sie die Möglichkeit durch ihr Kaufverhalten, aktiv etwas zu verändern.

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